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Vor nicht allzu langer Zeit, eines Morgens an unserem Frühstückstisch: Neben duftendem Kaffee und handwarmen Semmeln entfacht plötzlich eine heiße Diskussion. In der Zeitung wird von den vielen Feierlichkeiten in der Stadt Salzburg rund um den Geburtstag von Wolfgang Amadeus Mozart berichtet. Dies ist der ausschlaggebende Punkt, dass sich unsere familiäre Morgenidylle in ein hitziges Wortgefecht verwandelt. Vollen Entsetzens müssen wir nämlich feststellen, dass keiner von uns jemals Mozarts Geburtshaus von innen gesehen hat. Oh Schreck und auch das Wohnhaus von Familie Mozart sind unseren wissbegierigen Augen bisher enthalten geblieben. Das ist doch wohl ein Fauxpas sondergleichen, wenn man bedenkt, dass jährlich tausende Touristen dort ein- und ausgehen und wir als, sogenannte Einheimische, diese Sehenswürdigkeit gar nicht kennen.
Schnell wird der Entschluss gefasst dies sofort zu ändern. Also kommt uns die Idee, einen ganz besonderen Fremdenführer für unsere Sightseeing-Tour zu buchen. Nämlich keinen geringeren als „Wolferl“, also Mozart selbst.
Wie das genau aussehen soll? Einfach selbst einen Tag lang Mozart sein und dort verweilen, wo auch er damals anzutreffen war bzw. jene Sehenswürdigkeiten zu besuchen, die durch ihn entstanden sind. Wir finden, die perfekte Idee ist geboren. Im Handumdrehen sind alle startklar für eine Städtetour der besonderen Art.

Ausstellungsdetail
Copyright: Stiftung Mozarteum – W. Lienbacher

Mozarts Geburtshaus mit Hagenauerplatz
Copyright: Tourismus Salzburg

Den Beginn macht natürlich gleich mal das Geburtshaus von Mozart, welches zu den meistbesuchten Museen Österreichs gehört. Dem wilden Getümmel der Getreidegasse entfliehen wir und treten vor das Haus mit der Nr. 9. Mit einem Schritt ins Gebäude tauchen wir ein in die Welt um 1756 als das kleine Wunderkind von Salzburg das Licht der Welt erblickte. Wie wir erfahren dürfen, wurde dieses Haus zur damaligen Zeit auch das „Hagenauer Haus“ genannt und beherbergte 26 Jahre lang die Familie Mozart in einer Wohnung im dritten Stock. Schon ein komisches Gefühl wenn man so durch die Räumlichkeiten marschiert und bei jedem Schritt feststellt, dass hier auch Mozart einmal gestanden haben muss. Oftmals haben wir sogar das mulmige Gefühl, man kann die Schritte von damals noch heute hören.
Seit 1880 gibt es in diesem Haus, zu Ehren des großen Künstlers, ein Museum, welches die Besucher in Mozarts Zeit zurückversetzt. Die originalen Wohnräume, die historischen Musikinstrumente, sowie originale Urkunde, Briefe und vieles, vieles mehr können wir begutachten und uns ein Bild von seinem Leben machen.
Zu welchen Zeiten das Museum seine Türen offen hat und viele weitere Infos findet man hierMozarts Geburtshaus!

Gefüllt mit lauter Eindrücken rund um die Kindheit von Mozart schlendern wir tiefer in die Altstadt von Salzburg hinein, genauer gesagt heißt unser nächstes Ziel, Brodgasse 13. Schon von weitem kann man das edel gefüllte Schaufenster erkennen. Als wir näher kommen, fällt uns auch die kleine Menschengruppe auf, die sich ganz nahe an das Fenster gestellt hat und deren Blick mit Sehnsucht und Freude erfüllt ist. Anfangs denken wir uns noch nichts dabei, doch als wir dann auch davor stehen und die ganzen leckeren Süßigkeiten erkennen, werden auch unsere Augen ganz groß und das Wasser rinnt uns buchstäblich im Mund zusammen.
Wir stehen also vor dem Café Fürst am Alten Markt, wo seit 1890 die Original Salzburger Mozartkugel in einem aufwendigen Herstellungsverfahren handwerklich erzeugt wird. Wir können einfach nicht anders und stürmen in das Geschäft um uns einer dieser „süßen Verführungen“ zu gönnen. Schon beim ersten Bissen sind wir uns sicher, dass dies eines der größten Highlights unserer Mozart-Tour ist.

Original Mozartkugel – Tunkvorgang
Copyright: Café-Konditorei Fürst

Café Fürst
Copyright: Tourismus Salzburg GmbH – Breitegger G.

Mit dem Geschmack der leckeren Süßigkeit noch im Mund marschieren wir weiter zum Mozartplatz. Dort angekommen sticht uns gleich das große Mozart-Denkmal ins Auge, welches seit 1842 dort wacht. Wir stellen fest, dass uns rund um den Platz noch weitere Verbindungen zu Mozarts Leben erwarten. Das Haus am Mozartplatz 8 erinnert mit einer Plakette an seine Frau Constanze Mozart-Nissen, die dort wohnte. Im Antretterhaus am Mozartplatz 4 ist unter anderem das Institut für Musikwissenschaft der Universität Salzburg untergebracht. Das Stadtpalais gehörte einst der Familie Antretter, die eng mit der Familie Mozart verbunden war.
Sehr spannend, wenn man einmal mit offenen Augen durch die Heimatstadt marschiert und sich auf Entdeckungstour begibt. Doch eines wird uns schön langsam klar, Mozart nimmt doch mehr Zeit in Anspruch als wir anfangs geglaubt hatten.

Friedhof St. Peter
Copyright: Tourismus Salzburg – G. Breitegger

Mozarts Denkmal am Mozartplatz
Copyright: Tourismus Salzburg

 

Voller Tatendrang geht es nach einer kurzen Verschnaufpause im Café Tomaselli am Alten Markt/Ecke Churfürststraße, welches ebenfalls einmal Mozarts Witwe Constanze beherbergte, weiter zum einzigartigen Friedhof St. Peter. Dort befindet sich das Grab von Mozarts Schwester Nannerl. Als wir so vor dem Grab stehen und in uns kehren, gesellt sich ein Mann zu uns, der uns erzählt das auf der rechten Altstadtseite, im Friedhof von St. Sebastian Mozarts Vater Leopold sowie Constanze ihre letzte Ruhe fanden. Wir plaudern noch eine Weile dahin und lauschen seinen interessanten Erzählungen über den Friedhof und seine Geschichten, bis wir uns voller Dank wieder von im verabschieden und den Weg zurück zur Salzach über die Staatsbrücke in Richtung Mozarts Wohnhaus antreten.

Tanzmeistersaal
Copyright: Tourismus Salzburg

Mozarts Wohnhaus am Makartplatz
Copyright: Tourismus Salzburg

Dort angekommen bekommen wir wiederum ganz persönliche Eindrücke in das Leben des Salzburger Künstlers. Aus Platzgründen zog die Familie Mozart von der Getreidegasse in das Tanzmeisterhaus am heutigen Makartplatz um und blieben bis zum Umzug nach Wien dort wohnen. Heute ist die Wohnung von damals ein Museum, welches tagtäglich Gäste, so wie heute uns, begrüßt, die einfach alles über Mozart erfahren möchten.
Auch hier in diesen Räumlichkeiten überkommt uns das Gefühl, als wäre Mozart oder seine Schwester Nannerl uns immer auf den Fersen. Wie ein unsichtbarer Schatten begleiten sie uns durch die Räume. Neben Mozarts Hammerklavier sehen wir viele Originaldokumente und Porträts.
Was das Mozarts Wohnhaus bzw. das Museum noch alles zu bieten hat, kann man hier detaillierter nachlesen.

Schon etwas langsamer, aber trotzdem noch top motiviert begeben wir uns zum letzten Punkt unserer außergewöhnlichen Sightseeing-Erlebnistour, dem Stiftung Mozarteum. Nach einem gefühlten Katzensprung sind wir auch schon da.
Fast majestätisch steht das Gebäude auf seinem Platz und wir sind gespannt was uns hinter den Mauern erwartet. Also keine Zeit verlieren und rein in die gute Stube.
Das Mozarterbe mit der zeitgenössischen Kultur verbinden – diesem Auftrag widmet sich die Stiftung Mozarteum Salzburg seit der Gründung 1842 durch die Bürger der Stadt Salzburg. Wir erfahren, dass die private Non-Profit-Organisation von hier aus Kontakt zu rund 100 Mozartgemeinden weltweit hält. Sie konzentriert sich dabei auf drei Kernbereiche: Konzerte, Museen und Wissenschaft. Das hört sich nach jeder Menge Arbeit an. Unser Blick fällt gleich auf den Veranstaltungskalender, der bis zum Rand mit tollen Konzerten gefüllt ist. Aber auch der Bereich Forschung erweckt unsere Aufmerksamkeit. Seit 2007 arbeitet die Stiftung Mozarteum Salzburg an der kostenlosen Digitalisierung von Mozarts Gesamtwerk als Noten und Audiofiles. Außerdem beherbergt sie eine beeindruckende Autographensammlung sowie die berühmte Bibliotheka Mozartiana – die mit rund 35.000 Titeln umfangreichste Mozart-Bibliothek der Welt.
Man kann also sagen, dass sich die Stiftung Mozarteum zur Aufgabe gemacht hat, den Menschen weltweit das Klassik-Genie von Salzburg in Erinnerung und im 21. Jahrhundert up-to-date zu halten. Einfach spannend!

Grosser Saal im Mozarteum
Copyright: Stiftung Mozarteum – Christian Schneider

Mozarteum Salzburg
Copyright: ISM – Christian Schneider

 

Beeindruckt von der Arbeit rund um das Andenken an Wolfgang Amadeus Mozart beschließen wir kurzer Hand unseren Mozart-Tag mit etwas ganz besonderem abzuschließen. Hoch oben von der Festung Hohensalzburg aus wollen wir unseren Tag ausklingen lassen und unsere ganzen Erlebnisse und Eindrücke verarbeiten. Das Best of Mozart Festungskonzert bildet den würdigen Abschluss dafür und wir genießen bei einem herrlichen Dinner die Musik Mozarts.
Unser Tipp: Einmal eines der vielen Konzerte rund um das Phänomen Mozart besuchen & sich in die Vergangenheit zurückversetzen. Den prallgefüllten Konzertkalender findet man hierMozart-Konzerte in Salzburg

Nachdem unsere „Bäuchlein“ gefüllt sind, treten wir mit schweren Füssen und müden Augen die Heimreise an. Wir durften einen ganz besonderen Tag mit „Mozart“ erleben und wünschen allen, die unserer Idee folgen, viel Spaß und viele spannende Momente.
PS: Für jene, die lieber eine geführte Rundfahrt machen möchten – hier gibt es ein tolles Angebot – Mozart City Tour